Dreizehn

Das erste Mal. 30. Oktober 2016. Das erste Mal, dass ihr von mir gehört habt – vom Montagskind. Erst kürzlich habe ich von jemandem gelesen, die von sich sagte, sie sei ein Sonntagskind. Nach über einem Jahr das erste Mal entdeckt, dass sich jemand als Kind eines Wochentages bezeichnet. Irgendwie erstaunlich nicht? Ich konnte mir ein Schmunzeln nicht verkneifen und Pierre – ein Freund – hat mich gefragt, ob wir zwei verwandt seien – das Sonntagskind und ich. Ich mag die Art, wie er denkt. Sein Humor. Pierre ist Pierre und das ist gut so.

Pierre und ich, wir arbeiten zusammen. In verschiedenen Abteilungen und zu verschiedenen Zeiten aber doch im selben Haus. Wir verstehen uns gut und ich bin froh, darf ich mit ihm zusammen die Ausbildung absolvieren. Regelmässig bekomme ich einen Spruch zu hören, der irgendwie mit dem Montagskind zu tun hat. Dies geschähe ohne meinen Blog nicht.

Es gibt so viele Dinge, die nie passiert wären oder ich nie versucht hätte und Menschen, die ich nie getroffen hätte. Nach genau 13 Monaten habe ich dem Montagskind einiges zu verdanken. Es hat mich verändert. Das Schreiben ist zu einem stetigen Begleiter in meinem Alltag geworden. Ich lebe einiges ruhiger, seit ich regelmässig schreibe. Bin entspannter. Es ist zu einer Art Tagebuch geworden, das Montagskind. Es hilft mir, Eindrücke zu verarbeiten und Erlebtes irgendwo abzulegen. Vieles, was ich schreibe, bleibt bei mir.

Auf meinem Mobiltelefon befinden sich gegen 100 Notizen, Gedanken oder eben solche Tagebucheinträge, die ich nie jemandem gezeigt habe und einfach bei mir bleiben. Manchmal kommt es auch vor, dass ich einen Blogpost schreibe, vorbereite und irgendwann dann merke, dass er nirgendwo reinpasst; sich in der Zwischenzeit etwas verändert hat, ich etwas Anderes als passender empfinde oder ich schlicht und einfach vergesse, dass ich diesen Beitrag eigentlich hatte hochladen wollen.

Das Montagskind ist ein Teil von mir und ich bin ein Teil von ihm. Wir leben miteinander – ein Geben und Nehmen. Ich könnte nicht ohne das Montagskind und das Montagskind auch nicht ohne mich. So ist das einfach.

50. Eine stattliche Zahl. Das bedeutet,

dass ich mich während 50 von 56 Wochen mit euch unterhalten habe – ihr da draussen. Ihr seid echt klasse.

Ich habe in diesem Jahr, in dem ich euch von mir, meinem Alltag, meinen Veränderungen und dem, was mich beschäftigt und mir den ganzen Tag so durch den Kopf geht, einiges gelernt. Ich habe gemerkt, wie viel Freude mir das Schreiben noch immer macht. Schriftsteller zu werden, war immer ein Kindheitstraum – fragt meine Mama, sie kann es euch bestätigen. Ich wollte immer schon Geschichten erzählen und etwas, von dem, das ich so sehr liebe, an andere weitergeben. Auch wenn es von mir noch kein Buch gibt und es im Moment auch nicht danach aussieht, dass es in absehbarer Zeit eines geben wird, habe ich doch einen Weg und eine Welt entdeckt, auf dem ich Geschichten erzählen und das, was ich so sehr liebe weitergeben kann und in der [die Welt] es so tolle Menschen wie euch gibt, die meinen Output Lesen, ohne dass ich ein berühmter Schriftsteller bin und sich trotzdem darauf freuen, wenn es Neues gibt.

Es freut mich jedes Mal unvorstellbar fest, wenn ich eine Woch keine Zeit finde, etwas für den Blog vorzubereiten und mir dann tatsächlich jemand schreibt und fragt, ob denn diese Woche überhaupt etwas erschienen ist.

Wisst ihr, im vergangenen Jahr ist viel passiert und ich habe mich verändert. Ich bin selbstbewusster geworden. Ich habe mich dafür entschieden mehr danach zu Leben, dass ich nicht mehr an meinen eigenen Erwartungen an mich selbst zerbreche und gewisse Dinge entspannter angehe. Ich habe sehr viel über mich gelernt und herausgefunden, wer ich eigentlich bin und was ich eigentlich bin. Was ich machen will und wohin ich gehöre. Alles Dinge, Momente, Entscheidungen und Schritte, für die ich sehr dankbar bin. Es war alles andere als einfach und die Menschen, die mir nahe stehen wissen, dass ich im vergangenen Jahr oft an meine persönliche Grenze gestossen bin. Es war eine schwere Zeit aber im Endeffekt hat es mich befreit und mich mehr zu mir selbst geführt.

Ich habe Stunden damit verbracht zu warten. Ich habe mal hier mal da gesessen. In Cafés, vor Schulzimmern, daheim oder auf irgendwelchen Treppenstufen. Das Warten ist eine Qualität, die ich sehr für mich entdeckt und erlernt habe. Noch so etwas, das mich sehr befreit hat. Und das spezielle daran ist, dass das Montagskind sehr viel damit zu tun hatte und noch immer hat.

Mit jedem Tagebucheintrag. Mit jedem Gedanken und jedem Artikel für meinen Blog, habe ich mich ein wenig befreit. Mich von alten Lasten und Sorgen gelöst – und das verdanke ich zu einem wichtigen Teil euch. Ihr da draussen. Ihr, die mich die letzten 56 Wochen begleitet und Unterstützt habt. Die lieben Worte, Kommentare und Rückmeldungen, die mich dann und wann erreichen, haben mich durch vieles getragen und mich in vielem ermutigt und bestärkt.

Mit diesem Dankeschön verabschiede ich mich für heute und wir sehen uns dann am Montag.

Danke für diese unglaublich tolle Zeit mit euch. Danke für jeden Gedanken und jede Anregung, die mich in dieser Zeit erreicht hat. Danke euch allen – ihr da draussen. Von ganzem Herzen. DANKE!

Passt auch euch auf und habt eine gute Zeit. Bis bald!

Euer Jan

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s