Jahresende

Das letzte Mal Ritualen nachgehen. Stille Momente an bekannten Orten geniessen. Das letzte Mal in Erinnerungen schwelgen, solange sie sich noch vertraut sind. Augenblicke auskosten, bevor sie in die Fremde entschwinden und bisher fremde Orte, die vertraut werden.

Aufbrechen. Fortgehen. Gewohntes zurücklassen. Neues anfangen.

Hallo 2018.

Nächste Woche ist Silvester und das Jahr neigt sich somit dem Ende zu. Fast automatisch verfalle ich in eine rückblickende Perspektive. Habe ich das Jahr gut genutzt? Habe ich erreicht, was ich erreichen wollte?

Ich habe das mit dem Nähen wieder aufgegeben. Nicht, dass ich es nicht gerne mache – es beflügelt mich einfach nicht so sehr und doch ist es gut, habe ich es ausprobiert, denn so habe ich mir im vergangenen Jahr doch eine neue Fähigkeit angeeignet. Ich war weder in New York, noch in London oder Paris. Ich war auch nicht am Meer. Zugegeben – das Meer fehlt mir sehr. Da will ich im 2018 unbedingt wieder hin und so wies aussieht, wird das tatsächlich der Fall sein. Ich habe viel von dem, was ich mir im Januar vorgenommen habe, nicht durchgezogen. Ich studiere nicht mehr. Ich werde nicht Lehrer. Gehe nicht den Weg, den ich gehen wollte. Ich habe vieles verpasst – Chancen, Möglichkeiten, Gespräche, Entschuldigungen, Vergebungen. Ich hätte vieles vermeiden können – Herzschmerz, verletzende Worte, Gemeinheiten, Dinge, auf die ich nicht stolz bin. Ich habe vieles aufgegeben – die Band, meine Freunde, mein Umfeld, das mit dem Studium auch.

Ich habe vieles verpasst aber auch vieles erreicht. Ich war tatsächlich mehr offline. Habe mehr gelebt. Neue Kontakte geschlossen. Bin zuhause ausgezogen und den Ort gefunden, an dem ich mich wohl fühle. Ich habe mich an gewissen Orten eingelebt und bin an anderen Orten Gast geworden. Ich habe gelernt, was es heisst vollkommene Liebe zu erfahren und zu merken, wie gut es tut, loszulassen. Ich habe mehr Kontrolle über mein Leben erhalten und zugleich mehr Kontrolle abgeben können. Ich bin mutiger geworden. Mehr auf mein Bauchgefühl gehört. Ich habe mich persönlich weiterentwickelt und bin offener geworden. Ich habe gelernt, mich selbst z lieben, damich ich diese vollkommene Liebe weitergeben kann. Es ist ein Prozess und ich bin da mitten drin aber es geht vorwärts. Ich baue mir langsam ein neues Umfeld auf. Nicht eines, das an einen Ort gebunden ist, sondern eines, an dem mein Herz hängt.

Ich habe mehr Zeit in meine Kontakte investiert. Nicht in alle und nicht so viel wie ich gerne hätte – bei den Leuten, die das betrifft, möchte ich mich aufrichtig entschuldigen. Ich habe verlorene Freundschaften wiederentdeckt.

Ich habe das Leben gefunden und das Leben mich.

Mein 2017 war voller Höhen- und Tiefenflüge. Doch ich bin stärker und erwachsener daraus hervorgekommen, als ich mir je hätte vorstellen können.

Ich bin ehrlicher zu mir selbst geworden.

Etwas, das mir dabei gehofen hat, war das hier. Mein Blog. Mein Tagebuch. Vommontagskind. Und das schliesst euch alle ein. Ihr alle da draussen, die hierherkommt und das hier lest. Ihr alle, die meine Gedanken mitverfolgen und mit denen ich meine Alltagsgeschichten teile. Danke. Danke. Danke. Ihr seid wirklich toll und ohne euch wäre das hier nie zustande gekommen. Nochmals ein riesengrosses Dankeschön liebe Leser!

Mein Highlight des Jahres? Es gibt so vieles. Dass ich David Togni getroffen habe zum Beispiel (wer nicht weiss, wer er ist -> http://www.loveyourneighbour.ch) oder dass ich in der Lage bin, meinen Traumberuf auszuüben. Ein weiteres Highlight war, als ich völlig überraschend Post zu meinem Geburtstag erhalten habe. Diejenigen, die da dran “Schuld” sind wissen warum 😉

Mein Album des Jahres?

Ganz Klar “The Thrill of it All” von Sam Smith.

Mein Konzerthighlight des Jahres?

Marc Amacher am Blues’n’Jazz in Rapperswil oder die ChristmasExperience in der Samsung Hall in Zürich. Oder mein Abschiedskonzert meiner Band im August.

Danke an alle von “Stangers in Scotland”!

Bester Kauf des Jahres?

Ein neuer Füllfederhalter und eine Hose, die ich über alles liebe (in anderen Farben bestellen – Ja oder Nein?)

Bestes Accessoire des Jahres?

Meine ganzen Bücher und meine tollen roten Weihnachtssocken!

Ich könnte diese Liste noch weiterführen, doch ich möchte nicht zu weit ausholen. Wer noch was wissen will – einfach Fragen (Instagram, Email, Facebook, alles im Kontakt).

2017 war interessant und wichtig. Ich habe das vor allem jemandem zu verdanken. Jemandem, der mir Stabilität und Vertrauen geschenkt hat. Jemand def mir gezeigt hat, was Liebe ist und was es heisst, selbstloser zu werden. Wunderbare Begegnungen und Gespräche. Eine wahre Freundschaft. Danke Immanuel.

Ich hoffe euer Jahr war genauso aufregend wie meines. Was habt ihr erlebt und was für Abenteuer habt ihr erlebt?

Lasst es mich wissen! Ich würde gerne von euch hören. Schreibt mir eine Email oder einen Brief oder was auch immer möglich und gewünscht ist.

Passt auf euch auf und habt eine gute Zeit. Alles Gute im Neuen Jahr und bis Bald.

Ihr Lieben – Ihr seid die Besten!

Euer Jan

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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Tanja sagt:

    Ein sehr schöner Text mit bedenkenswerten Überlegungen. Auch dem Montagskind alles Gute im Neuen Jahr!

    Gefällt 1 Person

    1. Vielen herzlichen Dank 😌 das wünsche ich auch 🙂

      Gefällt mir

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