vommontagskind

Am See

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Ihr Lieben 🙂

Wie ich euch vor einer Weile erzählt habe, wird es mir als Buchhändler immer wieder möglich gemacht, Bücher bereits vor ihrer Erscheinung zu lesen. Als wir zu Beginn des Jahres die neue Lieferung Leseexemplare erhielten, stach mit dabei eines speziell ins Auge.

Warum? Gute Frage. Fakt ist, dass ich es gelesen und es mich seither nicht mehr losgelassen hat. Obwohl ich in diesem Jahr bereits mehrer Bücher gelesen habe, ist dieses eine noch immer sehr präsent.

Worum geht es eigentlich?

Es ist die Zeit nach der Sowjetunion. Nami wächst bei seinen Großeltern in einem Fischerdorf am Ende der Welt auf. Die Bewohner glauben an einen Seegeist, der über ihr Schicksal bestimmt. Doch als der See Nami das bisschen nimmt, das er hatte, beschließt er, sein Schicksal in die eigene Hand zu nehmen. Unentwegt bricht er in die Hauptstadt auf, um seine Mutter zu finden. Nami begegnet neben echter Freundschaft tiefer Grausamkeit. Doch dem See entkommt er nie.

“Am See” erzählt die tragische Geschichte einer verlorenen Jugend. Eine Geschichte von nie erfahrener Liebe. Eine Geschichte geprägt von Gewalt – direkt, unverblümt und aufwühlend wie das Wasser des Sees.
Die tschechische Autorin Bianca Bellová berichtet schonungslos über das Schicksal eines Jungen, der sich auf die Suche nach dem Leben macht. Auf die Suche nach einem Sinn. Eine Suche nach sich selbst.
Es ist der Bericht einer verloren gegangenen Generation – eine Generation, die den Krieg nie vergessen hat und nie vergeben konnten. Eine Generation, die selbst Geschichte darstellt und Geschichte lebt.

Am See berichtet auch von einer Kultur. Einer Kultur, die mit der ziviliserten Welt nichts gemeinsam hat. Eine Kultur die uns so fremd und eigentlich doch ganz nah ist; vielleicht sogar unnahbar. Wenn man sie selbst nicht lebt wird man sie nie verstehen und doch ist es genau das was “Am See” macht – plötzlich versteht man. Man leidet und weint mit.

Darum sollte man “Am See” lesen. Weil einen das Buch nicht mehr los lässt. Es begleitet, schockiert, beschäftigt. Ehrlich. Direkt. Schonungslos. Ein Meilenstein in der zeitgenössischen Literatur.

Erschienen ist es übrigens am 16. Februar 2018 im Kein & Aber Verlag (das sind die mit dem Farbschnitt) und ist bei eurem Buchhändler des Vertrauens in einem schönen Leineneinband gebunden erhältlich.

Macht’s gut und passt auf euch auf.

Euer Jan

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