Book-Update

Ich lese gern und ich lese viel. Ich versuche auch immer wieder mich für Bücher zu begeistern, die nicht in meinem üblichen Spektrum liegen – “das Ravioli-Chaos” zum Beispiel; ein Kinderbuch von Katja Reider. Ich muss zugeben, dass es sich ausserdem vorteilhaft auf meinen Beruf/ meine Ausbildung auswirkt, wenn man sich traut, auch einmal über den eigenen Gartenzaun hinauszublicken.

Wisst ihr, es gibt viele Bereiche im Leben, in denen es sich lohnt, über den eigenen Schatten zu springen.

Warum sich das lohnt, habe ich erst kürzlich wieder erfahren.

Wie ihr vielleicht wisst, hat die liebe Tatjana von @bloomingveins ihr erstes Buch (von hoffentlich noch vielen) veröffentlicht. Seit Anfang März ist ihr Erstling im Handel und wenn ich Instagram glauben darf, wird es auch fleissig gelesen.

Es ist immer spannend, auf Menschen zu treffen, die selbst schreiben oder kreativ tätig sind. So darf ich erwähnen, dass ich  mich sehr geehrt fühle, dass ich von Tatjanas Buch bereits im Prozess der Entstehung erste Auszüge lesen durfe. Vor allem interessant wird es dann, wenn man das gedruckte Buch dann selbst in den Händen hält und sehen kann, was aus den Ausschnitten geworden ist.

Ihr Lieben – kreativ zu sein ist wie eine Pflanze zu züchten. Es braucht Zeit. Es braucht Geduld und frei nach einem afrikanischen Sprichwort muss sich immer wieder daran erinnern, dass das Gras nicht schneller wächst, wenn man daran zieht. Als kreativer Mensch reagiert man sensibel auf seine Umwelt und ist von gewissen Faktoren sehr viel mehr abhängig als man sich vorstellen kann. Es ist nicht einfach, kreativ zu sein, denn Kreativität ist nichts, was man erzwingen kann. Sie kommt und geht.

Doch das ist genau das, was mich unglaublich fasziniert. Kreativität und deren Auswirkung in anderen Menschen zu beobachten und zu sehen, was sie damit anstellen. Ich hege eine riesige Bewunderung für Menschen, die ihre Kreativität produktiv nutzen und daraus etwas machen. Tatjana zum Beispiel. Da ich selbst schreibe und auch immer wieder Erfahrungen sammle bin ich immer wieder erstaunt, wie sie immer und immer wieder neue Themen und Worte findet, mit denen sie sich kritisch und doch distanziert auseinandersetzt – immer wieder bin ich von Neuem begeistert, wenn ich ihre Beiträge und Artikel lese.

Als ich neulich vom Urlaub nach Hause kam und den Briefkasten öffnete sah ich ein kleines Paket. An mich adressiert. Ein Buch. IHR Buch. Begeisterung.

Ich möchte nun die Chance nutzen, mit euch diese Begeisterung teilen und euch Tatjanas Erstling (so nennt man das erste veröfdentlichte Buch einer/eines Autorin/ Autoren) ein wenig vorstellen.

Obwohl ich Popliteratur à la Tino Hanenkamp oder Nagelschmidt nicht besonders viel abgewinnen kann, hat mich Tatjanas Buch total in seinen Bann gezogen. Als ich am selben Nachmittag in die Stadt fuhr und drei Stunden später zurückkehrte war ich mit dem Lesen durch. Ich muss zugeben, dass ich auch einige Male an verschiedenen Haltestellen die Strassenbahn verpasst hatte, da ich zu sehr ins Lesen vertieft gewesen war.

Ja SO gut ist das Buch.

IMG_0201Im Zentrum der Erzählung steht Ann, eine junge Frau, die als Neuzuzug an eine Highschool wechselt. Dass sie durch die Leute, welche sie trifft und welchen sie begegnet, lernen wird, zerbrochenen Beziehungen eine zweite Chance zu geben, völlig fremde Menschen in ihr zu Leben lassen und sich selbst wieder kennenzulernen, erfährt sie erst nach und nach. Verschiedenen Konflikten ausgesetzt sieht sie sich mit Sehnsüchten, Wünschen und womöglich unerreichbaren Erwartungen konfrontiert.

Man begleitet Ann auf ihrer persönlichen Achterbahn von Gefühlen, Emotionen und Erinnerungen. Man erlebt, wie sie mit diesem ständigen Auf und Ab kämpft und manchmal selbst nicht weiss, wie sie das bewältigen soll.

Es entsteht ein Begegnungsmoment – ein Moment, in dem man Ann, unabhängig von Alter und literarischer Herkunft, versteht. Sei es, wenn sie sich eine Zigarette anzündet oder sich wünscht, sich in jemanden zu verlieben.

Trauriges Happy-End ist eine Reise. Eine Dokumentation. Ein Tagebuch. So treffend, dass ich nicht weiss, wie man Anns Geschichte und ihr Wesen besser hätte zu Papier bringen können.

Die direkte und unverblümte Sprache, die Tatjana verwendet wirkt keinesfalls deplatziert oder unpassend sondern vielmehr unterstreichend für Dinge, die im

“klassischen Deutsch” keinen Platz haben oder wofür sich keinen finden lässt. Sie bricht mit klassischen Konventionen und lässt dies auch in ihre Gestaltung des Buches miteinfliessen. Unterstützt durch verschiedene junge Künstlerinnen wurde das Buch illustriert und jeder, der jemals in einer Unterrichtsstunde gesessen hat und sich irgendwann seinem Zeichenblock statt dem Folgen des Unterrichts gewidmet hat, verliebt sich von der ersten Seite an in die Wunderbaren Skizzen und Bilder. Und je öfter Ann auch die vierte Wand durchbricht, umso näher kommt einem die Geschichte vor.

Mit ihrem Debüt ist Tatjana eine wunderbare Erzählung gelungen. Direkt aus dem Leben gegriffen – für mich, für sie selbst und für euch alle da draussen.

“Jemand, der gerettet werden muss, rettet jemanden, der nicht gerettet werden will. Ann versucht sich krampfhaft von ihrer Vergangenheit zu lösen und Symen hat nicht vor, seine zu verlassen. Sie kümmert sich bloss um die Kostüme in seinem kopfgesteuerten Theaterstück, mit einer Toten in der Hauptrolle. Zwei Teenager, zwei Geschichten, zwei Schicksalsschläge, ein Wunsch: das Glücklichsein finden.

Der Unterschied: Ann will es lernen, um es zu werden und Symen will es vergessen, um es zu sein.”

(Aus dem Klappentext des Buches)

“Trauriges Happy-End” von Tatjana Stucki könnt ihr übrigens beim eurem Buchhändler des Vertrauens kaufen, bei Tatjana anfragen (sie kann euch dann sagen, wie ihr auf schnellstem Weg zu diesem Wunderwerk gelangt) oder wenn alle Stricke reissen, es immernoch online bestellen 🙂

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